Verfasst von: fargurd | 7. Februar 2010

Schlechtes Wetter = schlechte Politik

Noch ist Winter

Ach wie ich mich freue. Denn wisst ihr was? Sobald der Winter vorbei ist, wird alles wieder gut werden. Ja, ich meine wirklich alles. Dann haben endlich alle vergessen, dass die Schweinegrippe da war, alle haben dann die tausende Opfer in Haiti vergessen (dann ist es endlich wieder ein tolles Urlaubsland und nicht etwas, bei dem man ein schlechtes Gewissen bekommt, weil Menschen die schon arm sind, noch mehr geschädigt werden). Nein, ich meine im Sommer wird alles gut werden. Schließlich ist ja der Winter so lang und kalt und dauernd sind alle so negativ eingestellt. Herr Ramsauer von der CSU hat das schon ganz gut erkannt, wie ich finde.

Klar schlägt dieses Wetter vielen auf das Gemüt“, sagte Ramsauer der „Bild am Sonntag“. „Das könnte auch erklären, warum die Regierung nach Umfragen bei den Bürgern im Moment schlechter dasteht als sie tatsächlich ist. (Quelle: Welt Online)

Wenn endlich wieder die Sonne scheint, Frau Merkel in ihrem ganzen Glanz erscheint und die edlen Ritter der Plutokratie Demokratie der ewigen Glückseligkeit Hand in Hand entgegen reiten, ja dann wird alles gut. Keine Schulden mehr, keine “linken Terroristen” die dauernd maulen und sagen, dass die Regierung von Lobbyisten durchsetzt ist, keine blöden Skandälchen mehr um irgendwelche reichen Spender, kein Klimawandel mehr, kein Wahlbetrug und Krieg in Afghanistan, kein Geheule wegen des Irans, weil der dann schon demokratisiert ist. Weihnachten sind wir alle wieder zu Hause, stimmts? Ich bin mir sicher, dass nach dem Tauwetter die Gemüter endlich wieder für alle Menschen auf der Welt christlich und (neo)liberal sind und wir händchenhaltend im Tauwasser hüpfen (mit Gummistiefeln gesponsort von Deichmann) und Barack Obama wird einen riesen großen Friedenstaubenschlag hinterm Weißen Haus bauen (mit Werkzeugen aus Wal-Mart) und alle werden sich lieben. Es gibt dann keine Drogen mehr, keinen Alkohol und keine Kinderpornografie, keine Killerspiele, keine Amokläufe (ergibt sie ja, logisch oder?) und es wird eine Welt nur noch voller Frieden sein (gesponsort von der NATO).

Preiset den Sommer


Denn wenn der Schnee taut, tauen wir alle, wir alle sehen einer glorreichen Zukunft entgegen, völlig frei von Angst und dann schauen wir in den lieben und guten Fernsehergott und der wird uns einen Weg zeigen, der uns erlöst von all den Qualen, von allen Ängsten und Sorgen die wir haben. Ja, er wird kommen und machen, dass alle glücklich sind und wir zuerst mit Muskelkater, anschließend mit Sixpacks im Gesicht durch die Gegend flanieren – weil wir alle glücklich sind. Der Fernseher wird uns den Weg weisen, in eine neue Welt. JAAA – preiset den Herren mit seinen Jüngern aus den Anstalten (Medienanstalten natürlich).

Verfasst von: fargurd | 1. Februar 2010

Brief an… Herrn Michelbach [4]

Lieber Herr Michelbach,

Hans Michelbach

Hans Michelbach

heute bekommen sie einen Brief von mir. Natürlich öffentlich, weil es ruhig alle lesen sollen, was wir uns zu schreiben haben. Ich komme gleich mal zum Punkt. Ich bin Student, für mich sind 100€ schon eine Menge Geld, die erstmal zusammen gespart werden muss. Für einen ganz normalen Durchschnittsverdiener sind 1000€ bestimmt eine Menge Geld. So könnte man es hochstaffeln, bis wir bei einem großen Unternehmen wie Deutschland ankommen. Jetzt geht es um 2,5 Millionen €uro, der Preis für Steuerdaten von irgendwelchen korrupten Leuten, die ihr Geld am deutschen Fiskus vorbeischieben und sich in die Tasche wirtschaften. Es scheint eine gigantische Summe zu sein, wenn man das auf den kleinen Mann und die kleine Frau runterrechnet, doch ist es viel Geld für den Staat? Ich glaube nicht, besonders dann, wenn zu erwarten ist, dass dem Staat dadurch mehrere Millionen zugute kommen. Es wird mit verschiedenen Zahlen gehandelt, 100 Millionen €uro stehen im Raum. Klingt noch viel mehr als diese 2,5 Millionen, oder? Finde ich auch. Deswegen sollte es meiner Meinung nach im Interesser aller Demokraten sein, diese Daten so schnell wie möglich zu beschaffen, damit man die bestrafen kann, die sich bereichern an und den kleinen Leuten das Geld aus der Tasche ziehen (weil ja irgendwie das Geld doch bezahlt werden muss, sei es durch Steuern oder anderen Abgaben).

Nun lehnen sie diesen Kauf ab und würden es überhaupt nicht gerne sehen, wenn Herr Finanzminister Schäuble die Daten kauft. Das ist verständlich, wenn man weiß, aus welchem Dunstkreis sie stammen. CSU’ler, mehr brauche ich wohl nicht sagen. Wenn es um Steuersünder geht, klingen wahrscheinlich bei dir alle Alarmglocken und blinder Aktionismus wird dringend benötigt. Diese Daten wären womöglich sehr interessant.

Wie kommt’s dass sie so dagegen sind? Ist es, weil sie persönlich darin verstrickt sind? Ist es, weil ihnen ihre Strippenzieher gesagt haben, sie sollen ihren Mund so bewegen? Die Daten existieren, ob sie wollen oder nicht. Wenn Herr Schäuble nicht auf die Daten eingeht und sie kauft, dann wird es woanders auftauchen. Ich spreche vom Internet, Herr Michelbach. Da wo sonst nur die Piratenpartei ihr Unwesen treibt, dort wo eigentlich nur kriminelle Nerds und Killerspieler Böses tun. Es gibt Möglichkeiten um riesige Datenmengen zu veröffentlichen und die Wahrheit wird ans Licht kommen. Dann dürfte ihnen Angst und Bange werden, oder? Denn dann haben nicht mehr sie die Daten, sondern jeder Internetanwender. Jede Zeitung und jeder Journalist, der kritisch mitdenkt, könnte dann recherchieren und Zusammenhänge aufdecken. Uiuiui, das klingt spannend. Vielleicht sollten sie weiterhin so argumentieren. Das wäre sicher praktischer für die Gesellschaft, wenn öffentlich wird, was mit unseren Steuergeldern passiert.

Ich wünsche ihnen viele weitere Spenden in ihren Geldbeutel zu Hause, ich wünsche Ihnen, dass sie einmal im Leben HartzIV beziehen müssen, damit sie sehen, wie sehr diese Menschen durchleuchtet werden. Vielleicht können sie dann nachvollziehen, wieso diese Daten von Steuersündern so wichtig für die Demokratie sind.

Verfasst von: fargurd | 31. Januar 2010

Video des Monats

Es wird knapp, aber es klappt tatsächlich noch. Auch im Januar kann ich euch ein tolles Video präsentieren. Ihr wisst sicher alle, welch schwere Phase unsere Medien gerade durchmachen. Einerseits sollen viele Menschen zugucken, das geht am besten wenn man Themen wie Terror, Hysterie und/oder Titten abdruckt, filmt oder sendet. Andererseits muss man gegen das böse Internet kämpfen oder es zumindest so regulieren, dass es in den Hintergrund gedrängt wird. Die armen Medienmacher haben es also nicht leicht, ihr seht es ja an der Qualität im Laufe der Zeit.

Ein windiger Mensch, Charlie Brooker hat sich kurz angeschaut, wie die News für das Fernsehen überhaupt gemacht werden, damit so wenig wie möglich Aufwand soviel Symbolkraft wie möglich hat. Es soll ja nicht mehr darum gehen, zu informieren, sondern zu infotainmen (was auch immer das heißen soll). Es geht um Unterhaltung – nicht um Inhalt. Hier jetzt dazu das Video:

Verfasst von: fargurd | 30. Januar 2010

Brief an… [3]

Liebe Frau Gabriele Stauner,

cc-by-sa Bild von Togodumnus

Mit Erstaunen habe ich ihren Vorschlag in den Printmedien gelesen, dass sie ein Burkaverbot fordern, wie in Frankreich. Weil der Ganzkörperschleier so dolle abgrenzt und so gar nicht in eine christliche Welt passt. Wissen sie was? In Frankreich gibt es nur sehr wenige Frauen die eine Burka tragen. In einem anderen Printmedium (Spiegel) war zu lesen, dass es nur 2000 sein sollen – in einem großen Land wie Frankreich. Wissen sie wie das bei mir rüberkommt? Wie Ausländerhetze. Als wenn wir das hier nötig hätten. In Frankreich sollen staatliche Dienstleistungen verweigert werden – wegen einer Burka? Ich weiß ja nicht, ob schon mal irgendjemand in die Menschenrechte geschaut hat, aber ich glaube mich erinnern zu können, dass kein Mensch aufgrund von Religion, Staatszugehörigkeit, Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Bildung und und und ausgegrenzt und diskriminiert werden darf. Aber hier schon? Wissen sie noch was? Immer wird angeprangert die Frauen im Orient haben es so schlecht, müssen sich den Männern unterwerfen, die Menschen da sind sowieso alles Terroristen. Aber interessant ist, dass das ach-so-offene Europa plötzlich Muffensausen bekommt, wenn 2000 Frauen in der größten Islam-Gemeinde Europas (in Frankreich ist die nämlich, mit ca. 5 Millionen Anhängern) eine Burka tragen. Haben sie schon einmal eine im Alltag gesehen? Ich denke beinahe nicht, in so hohen Kreisen trifft man niemanden aus der Unterschicht oder anderen Religionen als dem Christentum, stimmts? Wissen sie, dass 2000 von 5′000′000 eine ziemlich kleine Anzahl ist? 0,4% um genau zu sein.

Der Ganzkörperschleier sei ein Zeichen einer radikalen Abgrenzung und integrationsfeindlichen Gesinnung, ‘die in Deutschland nichts, aber auch gar nichts verloren hat.’ ” (Quelle Märkische Allgemeine)

Aha, so sieht das also aus. Das diese Kleidung vielleicht einen traditionell-religiösen Hintergrund haben könnte, ist nicht so wichtig, oder? Das auch Nonnen ziemlich seltsam aussehen und nur ihr Gesicht aus ihrem schwarzen Umhang rausschauen lassen, ist aber total legitim. Hier tragen allerdings nur die Geistlichen eine Burka, das mag sein.  Aber ich weiß nicht genau, mit welch’ großen Kanonen sie da auf Spatzen schießen. An Schulen ist es sowieso schon verboten, jetzt auch noch in öffentlichen Einrichtungen? Genau, denn wer anders ist, der soll bitte schön nicht nach Europa kommen. Wissen sie was? Solch Gedankengut hat in Deutschland nichts, aber auch gar nichts verloren.

Das Burka-Verbot würde in Frankreich, wo fünf Millionen Muslime leben, schätzungsweise zwischen 400 und 1900 Frauen betreffen. (Quelle Spiegel)

Erwähnenswert wäre auch, dass das Problem in der öffentlichen Diskussion vermutlich stark überspitzt dargestellt wird. Gemäß einem Bericht des französischen Inlandgeheimdienstes tragen in ganz Frankreich nur 367 Frauen eine Burka. (Quelle Wikipedia)

Worum es eigentlich geht

Wissen sie was ich statt dessen glaube? Das es gar nicht um die Burka geht. Genauso wenig, wie es um die Minarette ging, als in der Schweiz über deren Bau abgestimmt wurde. Es geht nicht um die Verschleierung der Frau oder sonst irgendwelchen anderen Sachen. Es geht um die Angst. Die Angst vor völlig desillusionierten Christen, die Angst haben, dass der Islam in Europa sein Unwesen treiben wird, wenn man nicht völlig populistische Gesetze verabschiedet, der die Menschen aus muslimischen Ländern diskriminiert.Es geht darum, die Angst zu schüren. Die Menschen zu stigmatisieren, an den Rand zu drängen. Die Burka soll tragen wer möchte. Bei einer Polizeikontrolle ist sie abzunehmen, damit die Identität festgestellt werden kann. Aber bei einer so gewaltigen Zahl von Burkaträgern kommt das ja ständig vor, nicht wahr Frau Stauner?

In Großbritannien hat die Regierung dagegen gerade bekräftigt, dass Religionsfreiheit auch die Freiheit der Kleidungswahl einschließe. (Quelle Wikipedia)

Religiöser Hintergrund

Ich möchte ja nicht so sein, aber ich lege mal ganz provokant den Finger in die Wunde. Europa ist längst kein christlicher Kontinent mehr. Die Zahlen der Kirchenaustritte ist vielleicht gar nicht so unbegründet. Vielleicht können sich viele Menschen einfach nicht mehr mit der Art und Weise der Religion identifizieren. Ich bin nicht religiös, kann aber Menschen, die ihren Glauben haben verstehen. Religion ist etwas, das Menschen zusammenbringt, in schweren Zeiten helfen kann und Menschen Hoffnung gibt – nur hat das Christentum diese Sachen nicht gepachtet.

Ich hoffe wir können ganz offen sein Frau Stauner. Sie kreieren weiter ein Bild der Angst und wir drücken ihnen immer wieder die nackten Zahlen ins Gesicht, ist das ein Deal? Sie schüren Angst, wir decken auf. Ave Internet.

Ganz liebe Grüße.

Verfasst von: fargurd | 28. Januar 2010

World Flu

2009 hat es anscheinend noch nicht geklappt. Nur ein Bruchteil der Menschen haben sich impfen lassen. Deutschland hat Millionen ausgegeben, nur weil ein paar Leute bei der Welt-Gesundheits-Organisation ein wenig Geld von der Lobby bekommen haben und Panik machten. Die Firmen und die Mitarbeiter sind zum Glück gerettet. Das Geld für mehr Bildung und neue Jobs ist leider futsch. Egal, zahlt der Steuerzahler ja.  Und weil ich mir ein paar Gedanken gemacht habe, wie es weitergehen kann, wenn die Lobby wieder einen Großangriff startet, hier mein grafischer Erguß:

cc-by-nc-sa Bild von Fargurd

Spread the word, heißt es dann wohl. Verlinkt wo ihr nur könnt. Über Kommentare würde ich mich freuen.

Quellen:
Uncle Sam: Mike Licht, Notions Capital.com
Hintergrund: Shawn Econo

Verfasst von: fargurd | 22. Januar 2010

Mit wehenden Fahnen gen Untergang

Die letzten Recken eines untergehenden Industriezweiges wollen es noch einmal wissen. Mit lautem Getöse wird gegen Google und Blogs im Internet vorgegangen, Paid-Content ist das Stichwort und der scheinbar letzte Rettungsanker für viele Verlage und Zeitungen. Rupert Murdoch, der scheinbare Gottvater, als Gallionsfigur in einem Kampf, der für viele richtungsweisend sein wird.

Kostenlosjournalimus?

Das Internet mit seiner angeblichen kostenlos-Mentalität scheint dem kommerziellen und alten Medienkanälen, insbesonders der Printmedien nicht zu schmecken. Scheinbar wie Pilze schießen sie aus dem Boden, jeder kann über das Thema schreiben, dass ihn berührt und alle bilden sie eine schier unüberschaubare Plattform, wo jeder Internetnutzer sein Wissen finden kann, das er sucht. Und keiner schaut mehr in die Zeitung. Doch liegt es nur daran? Sind Blogs wirklich die Wurzel allen Übels und der Dolchstoß für die Zeitungen und Zeitschriften? Oder ist auch das eine Legende?

Auf den Internetplattformen der großen Zeitschriften scheint sich Widerstand zu regen. Es scheint nicht von ungefähr zu kommen, diese Wanderung von Lesern, weg von der Papierform hin zum elektronischen Informationsfluss. Doch wieso? Es geht um einiges. Das Monopol der Verlage, an der Information, in einem Zeitalter, das schneller nicht sein könnte. Wenn du heute liest, was vor einer Woche passierte, dann ist diese Information wenig wert. Doch wie soll gewährleistet werden, dass die Qualität der Informationen erhalten bleibt, wenn Zeitungen mehr und mehr dem Wettbewerb unterliegen und an die Gewinne denken müssen? War früher der Journalistenberuf eine sehr angesehene Arbeit, denken viele heute kritisch über die Schreiberlinge aus großen Verlagshäusern. PR-Journalismus wird genannt, kleine Verlagshäuser, Journalistenentlassungen. Passend formuliert es ein Zeit-Artikel:

Aktuell

Etwas Grundlegendes geschieht, nicht nur in Anklam, sondern im ganzen Land. In bislang nicht gekanntem Umfang entlassen Zeitungsverlage ihre Leute, schließen ganze Redaktionen, lagern sie aus, ersetzen fest angestellte Redakteure durch billige Leihkräfte. Ein »Revolutionsjahr« nennt es Michael Seidel, der Chefredakteur des Nordkuriers.

cc-by-nc-nd Bild von jon|k

Auch ich bediente mich soeben der Informationen des Artikels, doch schaffe ich damit nicht eine neue Referenz zu eben diesem Artikel? Wäre manch ein Leser sonst vielleicht niemals auf diesen Artikel aufmerksam geworden? Ich denke, das Internet bietet viele Möglichkeiten eine viel breitere Leserschaft anzusprechen, doch erst einmal zurück zum Thema.

Noch in den fünfziger Jahren gab es in der Bundesrepublik mehr als 624 Zeitungsverlage, heute sind es 353 – obwohl Ostdeutschland hinzukam. In mehr als jedem zweiten deutschen Kreis gibt es nur noch einen Zeitungsverlag [...]

Meiner Meinung nach, sind das besorgniserregende Zahlen. Es geht in diesem Gewerbe schon lange darum, Kosten zu sparen, anstatt sich mit einem stagnierenden Gewinn auf dem Markt zu halten. Und dort zeigt sich das Dilemma von Verlagen. In einer Welt voller Konkurrenz kann man nur dann überleben, wenn man scheinbar nachzieht. Wenn der eine entlässt, muss ich das auch. Doch führt das dazu, dass die Leser treu bleiben? Weniger Mitarbeiter haben logischerweise auch immer einen Qualitätseinbruch zur Folge. Im gleichen Zeitartikel wird darüber geschrieben, dass einige Zeitungsmogule mit hunderten Blättern das Ende ihrer eigenen Branche beschwören. Doch wieso jammern und gleichzeitig weiter zerstören, entlassen, zusammenlegen und Ausgaben kürzen? Ist das die Rettung für Printmedien? Und ist das Internet schuld an allen diesen Entwicklungen? Schuld daran, dass Journalisten sich selbstgefällig auf Dienstreisen begeben, die von Konzernen in südlichen Gefilden bezahlt werden? Schuld daran, dass trotz Gewinne immer mehr Journalisten entlassen werden?

Anpacken

Die Menschen im Internet beginnen sich zu verselbstständigen. Früher war es schier unmöglich, ohne Ausbildung an einen Journalistenjob zu kommen. Außerdem sollte man sich noch der Verlagsdoktrin unterordnen, im Namen einer politischen Gesinnung schreiben. Heute ist das nicht mehr nötig. Heute kann man es selbst in die Hand nehmen. Technikblogs, Rezeptblogs, kritische Auslandsberichterstattungen, Wissenschafts-, Law-Blogs, all das und viel mehr lässt sich im Internet finden.

cc-by-nc-sa Bild von JP Rheinland

Doch bietet das Internet nicht ganz neue Möglichkeiten, die Informationen zu vermarken? Online-Abos gibt es schon lange. Die Möglichkeiten, seine Zeitung auf portablen Geräten zu lesen auch, wo liegt die Hürde? Liegt die Hürde in der Angst, die Menschen würden auch im Internet nicht für Informationen bezahlen? Ich bin anderer Meinung. Guter Journalismus, mit guten Recherchen und Redakteuren ist essenziell, auch für Blogger, die sich auf einzelne Artikel beziehen und über ihre Erfahrungen schreiben. Doch gilt es ein passendes Zahlungsmodel zu finden, um Menschen die Informationen bereit zu stellen. Kostenlos wird keiner unabhängig berichten können, das ist allen klar, doch PR-Artikel ungeprüft und unkritisch abgedruckt – das füllt die Taschen der Journalisten, doch ob die Leser sich damit identifizieren können, wenn in Zeitschriften mit vier großen Buchstaben regelmäßig Supermarktketten gelobt und gepriesen werden, dann kann ich mir denken, dass viele andere Wege suchen (und auch finden) um sich zu informieren.

Neven DuMont und seine Journalisten haben noch vor sich, was die Wirtschaftspresse des Hamburger Großverlages Gruner + Jahr hinter sich hat. Rund 60 Journalisten hat der Verlag abgebaut, als er 2008 die vier Redaktionen von Capital, Impulse, Börse Online und Financial Times Deutschland zusammengelegt hat.

Ein noch größeres Problem könnte die fehlende Identifikation mit der Zeitung werden. Jeder hat seine Lieblingszeitung, mag die Schreibweise und die politischen Ansichten, den jeweiligen investigativen Journalismus und vieles mehr. Doch wenn Artikel von Agenturen versand werden, die dann in vielen Zeitschriften übernommen werden, wenn also überall das gleiche erscheint – wo bleibt da der Anreiz, bei einer Zeitung zu bleiben, wenn sowieso alle das gleiche schreiben? Suche ich dann nicht automatisch nach Alternativen?

Fazit

Vieles trägt also dazu bei, dass Zeitungen für Leser unattraktiv werden. Einerseits wird an Personal gespart, andererseits erstarkt die Lobby und bringt ihre Beiträge weichgespült in die Verlage und in die Zeitungen. Kritischer Journalismus bleibt dabei auf der Strecke. Andererseits sehen viele den Grund im Internet, doch auf neue Entwicklungen wurde schon immer mit Skepsis reagiert. Das hat sich bis heute nicht geändert. War bei der Entwicklung des Automobils so und wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Noch fehlen passende und funktionierende Modelle. Vielleicht wäre es eine gute Strategie, erstmal die neue Technologie nicht zu verteufeln, sondern konstruktiv zu nutzen.

cc-by-nc-sa Bild von tarob

Andererseits finde ich es toll, dass ich berichten, recherchieren und sogar veröffentlichen kann, ohne dafür eine Zeitung haben zu müssen. Es ist toll zu sehen, wie Menschen sich Zeit nehmen um ihre Gedanken zu digitalisieren und für eine Leserschaft zur Verfügung zu stellen, die sich die Informationen selbst sucht.

Zum Abschluss noch ein kleines Zitat, welches die Situation sehr schön beschreibt:

Journalismus unterliegt heute vielerorts denselben Gesetzen wie Stahl in der Autoindustrie: Er ist Material und damit ein Kostenfaktor.

Quelle: Zeit online

Verfasst von: fargurd | 20. Januar 2010

Brief an… [2]

Lieber Herr Schreiber,

(c) Bild von Blair Gable/Reuters

ich finde sie sollten sich schämen – und sich mal entscheiden. Heiß oder kalt, richtig oder falsch. Aber so zwischen drin ist nicht so cool. Erst schieben sie Millionen auf CSU-Konten und spenden so einen beträchtlichen Teil für den Wahlkampf in den 80′ und 90′, sitzen für die Waffenlobby auf heißen Kohlen und versuchen, diese überall hin zu exportieren, damit sich dann Menschen umbringen können und dann… dann kommt so ein doofes Gerichtsverfahren und was passiert? Sie sagen gegen ihre ehemaligen Kumpels aus? Na was soll das denn jetzt werden? Ich finde, sie sollten sich mal bei den ganzen CSU-Politikern entschuldigen. Das habe ich auch schon Guido geschrieben. Es ist doch doof, jeder braucht viel Geld für aufwendige Wahlkämpfe. Damals war die CSU ja auch noch alleinherrschend. Sieh doch, was passiert, wenn auf einmal kein Geld mehr aus dunklen Kanälen kommt. Jetzt ist sogar die Linke schon auf dem Vormarsch in Bayern. Ist denn das in deinem Interesse? Siehst du. So ein tollen Würschtl- und Bierland darf doch nicht auf einmal von diesen ganzen kommunistischen Spinnern unterwandert werden, die immer von sozialer Fairness fasseln und diesen komischen Mindestlohn fordern, weil angeblich die Menschen von den Löhnen in Teilzeit nicht mehr leben können und mit HartzIV aufstocken müssen. Son Quatsch, ich wette in deinen Kreisen gibt es niemanden, der aufstocken muss, oder? Und so geht es der CSU auch. Ich würde sagen, du widerrufst deine Aussagen. Denn es wird echt nicht besser für dieses Wohlfühlbundesland, wenn auf einmal rauskommt, dass die CSU illegale Spenden angenommen hat und dann auch noch Tote als Spender eingesetzt hat. Nur weil man die nicht mehr fragen kann. Puhh, da werden deine ehemaligen Freunde jetzt aber ins Schwitzen kommen, willst du das denn?

Und dann fragt so ein Niederländer unsere Bundeskanzlerin auch noch rotzfrech, wieso sie einem Menschen vertrauen kann und als Finanzminister qualifiziert sieht, der dich mal getroffen hat und aus Versehen 100′000 €uro eingesteckt hat. Die wollte er dir doch noch zurück geben, aber du warst ja in Kanada, das ist ziemlich weit weg. Aber jetzt bist du ja wieder da, du kannst ja mal bei ihm vorbei gehen, vielleicht auf alte Freundschaften trinken.

Also lieber Karlheinz, ich bitte die, in Gottes Namen (ganz besondes in seinem), dass du bitte nicht mehr so offen über deine Vergangenheit plauderst. Jeder macht mal Fehler, das wissen wir doch alle. Wir waren doch alle jung. Und hier und da mal ein paar Millionen verschieben, vorbei am deutschen Fiskus, auf ein Parteikonto? Das kommt vor, ehrlich. Du brauchst da auch keine Angst haben, die Menschen und vor allem die Wähler der letzten Bundestagswahl werden dass verstehen können. Ist ja auch schon voll lange her. 1999, diese doofe Spendenaffäre, das war noch im alten Jahrtausend. Son ein Scharrn.

Ganz liebe Grüße,
dein Kai.

Quelle: Spiegel Online

Verfasst von: fargurd | 19. Januar 2010

Brief an… [1]

Lieber Guido,

Westerwelli

cc-by-nc-nd von Liberale

mit Begeisterung habe ich zur Kenntnis genommen, dass ihr euch bei euren Spendern bedankt und ihnen helft, wieder auf den grünen Zweig zu kommen. Ich finde es toll, dass man für Leistung und Geld in diesem Land noch etwas bekommen kann. Außerdem ist es echt super, dass es eine Anlaufstelle gibt. Man meckert ja immer über diese doofen Reichen, die immer nur ihr Geld bunkern. Jetzt geben sie es weiter, von wegen Politikverdrossenheit. Und ihr habt euch gedacht, soviel Spendierfreude muss belohnt werden? Das halte ich auch für angebracht. Schließlich hat man in den letzten Jahren immer wieder gehört, dass die Hotels gelitten haben. Und wie, kann ich nur sagen. Dauernd kam doch irgendwas mit notleidenden Hotels, Massenentlassungen und Schließungen, manche wollten ihre Wirkstätten auch ins Ausland verlegen, andere haben ihre Zimmer abgewrackt. Und jetzt werden sie endlich unterstützt – so kurz vor dem Abgrund. Ganze 12% weniger Steuern bezahlen, das wäre schön, aber nicht alle auf einmal. Wäre wahrscheinlich auch nicht konsequent von der doofen CDU, die haben ja mit der SPD grade erst die Mehrwertsteuer erhöht. Und manche konnten das einfach nicht abfedern, gibt ja auch Wasserbetten. Ihr seid bestimmt, genauso wie ich, der Meinung das wird im Sinne aller sein. Manche fangen an zu schreien, das sei reine Klientelpolitik. Die sind neidisch, mehr ist das nicht. Macht euch mal keine Sorgen. In vier Jahren haben die das sowieso schon alle vergessen. Man muss ja nicht so oft drüber reden, stimmts? Bestimmt geben die netten Hotelkettenbesitzer, die euch so kräftig unterstützten, die Steuersenkung auch an ihre Kunden weiter. Ansonsten würden die ja 12% mehr Gewinn machen, das wäre ja ziemlich vermessen anzunehmen, dass sie so dreist wären, oder? Na, ich denke mal nicht, dass sie einfach so das Geld einsammeln würden

Guido, ich finds echt toll, dass sich diese kleine Splitterpartei so gemausert hat und jetzt sogar mitregieren darf. Arbeit muss sich ja auch wieder lohnen und da darf man natürlich nicht die Lobbisten vergessen. Die ackern hart, nehmen euch den ein oder anderen Gesetzesentwurf ab und machen fleißig Werbung für ihre Mitarbeiter, man muss ja auch vorsorgen für die nächsten schlimmen Krisen. Da ist ein Milliärdchen mehr in der Firmenkasse bitter nötig. Geht ja allen so, oder? Ihr müsst ja auch ein wenig sammeln, hat der doofe Möllemann damals vor seinem Höhenflug doch noch Spendengelder einfach so unter falschen Namen an eure Partei weitergegeben. Jetzt sollt ihr einstellige Millionenbeträge zurückzahlen, da kann ich nur verstehen, wenn ihr da ein paar Millionen von den Hotelbetreibern bitter nötig habt. Gibt es eigentlich ein offizielles Spendenkonto? Es gibt bestimmt noch viele Menschen, die eure Arbeit unterstützen wollen würden. Zum Beispiel die Bundeswehr oder Waffenhersteller, Zeitungsverleger, Autobauer, die Atomenergiewirtschaft, die Banken, vielleicht noch ein paar Leutchen an der Börse, ein paar lokale Betriebe, vielleicht ein paar große Chemiekonzerne. Die sind sicher bereit für euch noch ein bisschen Geld zu geben, damit ihr auch in Zukunft wieder voll durchstarten könnt und Politik für alle Menschen Deutschlands zu machen.

Lieber Guido, ich hoffe du kannst in den nächsten Jahren noch kräftig zulegen, ein paar Sparten brauchen auch dringend weniger Steuern, weil die doch sonst einfach in den Osten und nach China abhauen, weißt du doch. Gibt den mal auch so 5-7% Mehrwertsteuersätze, das wäre toll.

Ganz liebe Grüße,
dein Kai.

Verfasst von: fargurd | 16. Januar 2010

Gedanke gut, Ausführung mangelhaft.

cc-by-nd-nc von Alsterstar

cc-by-nd-nc von Alsterstar

Viel wird im Internet von den ganzen Störern der Inneren Sicherheit gemeckert. Immer mehr Überwachung, mehr Polizeistaat, Stasi 2.0, BND 2.0 und und und. Alle meckern sie. Doch dann gibts es ein paar Ohren die hören zu, denken sich dann, sie tun vielleicht was Gutes, wenn sie die Initiative ergreifen. Wie schief das gehen kann, ich will es nicht wissen.

Überall wird Angst und Terror geschürt, die Taliban hat ihr Wahlversprechen in Deutschland nicht eingehalten, wenn schon Politiker nur reden und nichts machen. Macht nichts, Nacktscanner, Internetüberwachung und vieles mehr brauchen wir trotzdem, denn eins steht fest – überall lauert Gefahr. Und weil das so ist, brauchen wir eins nicht – Polizisten. Denn der Herr Speer (seines Zeichens Innenminister Brandenburgs) möchte die Polizei reformieren. Modern soll sie werden, außerdem haben wir zuviele Polizisten. Richtig, deswegen müssen wir alle anderen Kanäle überwachen, wenn wir schon kein Personal mehr bezahlen wollen. Das Geld ist schließlich gerade Schulden abbauen – bei Banken.

Landeschef der Polizeigewerkschaft in Brandenburg “[...] Schuster befürchtet, dass Speer mindestens 2000 Stellen bis 2019 abbauen will.” (MAZ Online)

Wer denkt, das ist eine neue Idee, der irrt:

Die märkische Polizei erlebte bislang eine umfassende Polizeireform unter Speers Amtsvorgänger Jörg Schönbohm. Er reduzierte die Polizeipräsidien 2002 von sechs nur auf zwei (Potsdam und Frankfurt/Oder). Von 21 blieben 15 Schutzbereiche übrig. 725 Stellen standen auf der Streichliste des CDU-Ministers. 2007 begann er den Umbau der Kriminalpolizei – mit dem Ziel, 400 Stellen abzubauen. (MAZ Online)

cc-by-nc-sa von Stewf

Und dann soll mir noch einer kommen mit der Terrorkeule. Überall sollen Bomben (f)liegen und Flugzeuge starten eigentlich nur noch um entführt zu werden. Jaja. Aber an Polizisten kann man sparen, weil weil… ähm, ich glaube weil wir kein Geld mehr haben? Das muss es wohl sein, anders ist das nicht zu erklären. Was macht der Staat eigentlich, wenn er endlich jeden Bürger bis auf die Haut und sogar darunter untersucht hat und am Ende kein Polizist mehr da ist, der den möglichen Kriminellen festnehmen soll. Soll ja ziemlich viele davon geben. Bestimmt kommen dann die Amerikaner und helfen uns, haben sie ja schon früher, dann macht Uncle Sam das bestimmt noch mal. Danke sehr.

Quelle:
MAZ Online

Verfasst von: fargurd | 15. Januar 2010

Wäre Haiti eine Bank…

© Lisandro Suero/AFP/Getty Images

Ja, so schaut es aus. Als ich gestern nach einiger Zeit Internetrecherche völlig müde ins Bett gehen wollte, lief auf dem  ehemaligen Nachrichtensender n-tv noch eine belanglose Sendung. Aber der Ticker war interessant. Denn dort ging es um die anlaufende Hilfslieferung an die vom Erdbeben heimgesuchten Menschen in Haiti.

Hilfslieferungen

Es verwundert mich eigentlich nicht mehr, dass Menschen in Haiti längst nicht so wichtig erscheinen, wie manche verlogene Landesbank in Deutschland. Manche mögen sich jetzt fragen, wieso wir uns um das Leid anderer Menschen kümmern sollten. Aber dafür habe ich nur Unverständnis übrig, denn wir sind  eine Welt, in der wir zusammen stehen. Überall wird von Globalismus geredet und alle wachsen zusammen, also sollten wir auch alle gemeinsam durch Krisensituationen gehen und uns beistehen. Nicht nur in guten Zeiten sind wir eine Welt, sondern auch in schlechten. Aber erstmal zu den harten Fakten:

  • Laut bundesregierung.de hat Deutschland eine Soforthilfe von 1 Millionen €uro angekündigt.
  • Das Entwicklungsministerium wird sich mit der gigantischen Summe von 500′000 €uro in Form von Lebensmitteln beteiligen.
  • Die EU möchte gern 3,0 Millionen €uro geben – sage und schreibe.
  • Barack Obama hat sich bereit erklärt die sagenhafte Summe von (festhalten) 100 Millionen €uro sofort zur Verfügung zu stellen.

Die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) gab ihrerseits 200.000 Dollar, das entspricht 140.000 Euro, Soforthilfe frei. Mit dem Geld sollten Wasser, Lebensmittel und Medikamente für die Opfer des Erdbebens finanziert werden, erklärte IDB-Präsident Luis Alberto Moreno. (Quelle: Zeit Online)

© Lisandro Suero/AFP/Getty Images

Um nur ein paar Zahlen zu nennen. Die Summen anderer Staaten sehen ungefähr ähnlich aus. Sarkozy, möchte sich schnell ins Krisengebiet aufmachen um die Lage zu inspizieren. So ist es meistens – erst die Katastrophe, dann die Presse mit den Politikern. Die USA schickt vorsorglich Kriegsschiffe in das Krisengebiet, mit vielen Marines an Board. Meldungen von den ersten Ausschreitungen in den Städten und Dörfern des Landes erreichen die Medien. Vielleicht kommen sie deswegen nicht mit Ärzten und Aufbauhelfern, sonder mit Soldaten.

Spenden an Banken

  • 2007 hat die SachsenLB Soforthifle in Höhe von 250 Millionen €uro erhalten – damit sie nicht geschlossen werden muss.
  • Laut der ARD erhielten die Banken Rettungsgelder in Höhe von (und jetzt ist festhalten dringend nötig) von 480′000′000′000,00 €uro (480 Milliarden), weil sie notleidende Banken sind.

Der Fonds für Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) weigert sich zu sagen, welche Bank wie viel Hilfe bekommen hat. Die SoFFin will diese Finanzunternehmen schützen. Denn würde sie Ross und Reiter nennen, dann hätten es die genannten Banken noch schwerer am Kapitalmarkt Kredit zu bekommen. (Quelle: tagesschau.de)

  • “23 Unternehmen hätten hier Hilfen beantragt, insgesamt wünschten sie 232,8 Milliarden Euro Unterstützung.” (Quelle: tagesschau.de)

Bitte wieviel? 232,8 Milliarden €uro haben wir für die achso-schlimm gebeutelten Banken, weil sonst ein paar Hundert Manager keine Millionengehälter bekommen können und für Menschen, die einen kaum schlimmeren Schicksalsschlag erlitten haben, haben wir einstellige Millionenbeträge? Bei n-tv war die Rede von 90Tonnen “Energiekekse”

Geht es noch schlimmer? Es geht:

In Port-au-Prince zögen sich die Elendsviertel die Hügel hoch, zudem gebe es am Meer große auf Müll gebaute Slumgebiete. Sie seien besonders anfällig für Erdbeben. Allerdings sei von Vorteil, dass die Hütten dort nicht massiv seien. “Es gibt nicht so viele feste und große Gebäude, vielleicht ist das für die Leute ein Glück“, sagte DRK-Sprecherin Koch weiter. (Zeit Online)

Ein Glück, dass die Menschen dort in Slums leben müssen, weil dann Katastrophen nicht so schlimm sind. Ein Glück leben soviele Menschen unter Armutsgrenzen, weil dann ist es ja alles halb so wild. Außerdem muss man dann nicht soviel Geld spenden.

An die Weltgemeinschaft

Ich lag gestern in meinem Bett und habe fast anfangen zu weinen. Ich kann nicht mal sagen, dass ich genau weiß, was in den Köpfen der Menschen vor sich geht. Ich bin einfach so unglaublich wütend. Wütend darüber, dass es überhaupt passiert. Wütend darüber, dass es Menschen trifft, die sich selbst nicht helfen können, die schon immer in ärmlichen Verhältnissen gelebt haben und jetzt noch viel Schlimmeres durchmachen müssen. Es ist eine betäubende Wut und Trauer.

Es gibt unterschiedliche Opferzahlen, manche sprechen von 10′000 andere von 100′000. Und diese Menschen leiden, haben Angehörige verloren, sind obdachlos und haben nichts zu essen. Sie stehen praktisch vor dem Nichts. Es ist unbeschreibliches Leid und viele Menschen haben diese schwere Naturkatastrophe nicht überlebt. Von den Staaten ist nicht viel Hilfe zu erwarten, also müssen die Menschen aktiv werden. Es gibt aktuell sehr viele Spendenaufrufe, ich denke jeder von uns, jeder hat Geld, dass er spenden könnte. Diesmal sind es nicht unsere Steuergelder die für Banker draufgehen, die dann wieder damit ins Casino gehen, sondern für Millionen Menschen, deren Land zerstört wurde. Lasst uns eine Welt sein, lasst uns gemeinsam helfen.

Wäre Haiti eine Bank, die Regierungen hätten es schon längst gerettet.

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